Gesundheitsthemen

Newsletter


Go {LOGIN}
Öffnungszeiten

Mo. - Fr. 08.00 - 13.00
Mo. - Fr.  14.30 - 18.30 
Samstag  08.30 - 12.30 

Bluthochdruck hat fast jeder dritte - aber doch nicht ich! Sicher?

Fast jeder 3. Erwachsene in Deutschland erkrankt an Bluthochdruck. Es handelt sich also um eine häufige Erkrankung. Die meisten Krankheiten fallen dadurch auf, dass sie Beschwerden, wie zum Beispiel Schmerzen, auslösen. Von einem zu hohen Blutdruck merken Sie anfänglich häufig nichts. Sie fühlen sich anfangs oft sogar wohl.

Trotzdem schädigt der andauernd hohe Druck in den Arterien sowohl das Herz als auch die Gefäße. Die flexible Gefäßwand wird starrer, und es entwickelt sich eine Gefäßwandverkalkung, -verhärtung und -verengung (sogenannte Arteriosklerose). Dadurch werden auf längere Sicht vor allem Gehirn (im Sinne einer Hirnleistungsstörung durch viele kleine Schlaganfälle), Niere (Nierenversagen), Herz (Herzkranzgefäßerkrankung, KHK) und Augen geschädigt.

Neben der Herzkranzgefäßerkrankung kommt es meistens zu einer krankhaften Vergrößerung der linken Herzhälfte, da diese ständig gegen den hohen Druck im Körperkreislauf anpumpen muss. Beide Faktoren zusammen führen auf die Dauer zu einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz).

Oft ist es nicht alleine der Bluthochdruck, der Ihre Gesundheit schädigt, sondern es wirken verschiedene Risikofaktoren zusammen. Je mehr Risikofaktoren, desto größer ist das Risiko z.B. für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Viele Faktoren können Sie jedoch selber beeinflussen (z.B. Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel). Es kommt auf Ihre aktive Mithilfe an!

Woran merke ich, dass mein Blutdruck zu hoch ist?
Oft bemerken Sie die Erhöhung des Blutdrucks gar nicht. Dies ist eine große Gefahr. Denn der zu hohe Blutdruck schädigt Gehirn, Nieren, Herz und Augen, ohne dass Sie sich überhaupt krank fühlen. Erst die geschädigten Organe senden erste Warnhinweise.

Zu den möglichen Beschwerden gehören:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Nasenbluten
  • Brustschmerzen
  • Kurzatmigkeit
  • Sehbehinderung

Der Blutdruck, den wir messen, entspricht dem Druck in den Arterien. Bei der Blutdruckmessung mit der Manschette werden zwei verschiedene Werte gemessen. Das hängt mit dem An- und Absteigen des Drucks in den Arterien während der Pumparbeit des Herzmuskels zusammen. Der obere = systolische Wert entspricht dabei dem höchsten, der untere = diastolische Wert dem niedrigsten Druck in der Arterie. Ab einem ständigen Druck von systolisch 140 mmHg und/oder diastolisch 90 mmHg spricht man von Bluthochdruck.

Regeln zur Blutdruckmessung:

Die Messung sollte nach 5-minütiger Ruhe in einem stillen Raum erfolgen. Bitte sitzen Sie ruhig, ohne die Beine zu überschlagen. Sprechen und bewegen Sie sich nicht während der Messung.
Viele Patienten sind beim Arztbesuch aufgeregt. Dadurch steigt der Blutdruck an. Das heißt aber nicht automatisch, dass es sich um einen ständig erhöhten Blutdruck handelt. Deswegen ist es wichtig, zu Hause in Ruhe nach zu messen und ein Blutdruckprotokoll zu führen.

Die erste Messung sollte an beiden Armen erfolgen, für weitere Messungen sollte der Arm mit dem höheren Wert benutzt werden. Bei manchen Menschen liegen Blutdruckunterschiede von mehr als 10 mmHg an beiden Armen vor. Benutzen Sie denselben Arm auch für die Selbstmessung zu Hause.

Die Manschette sollte auf Herzhöhe sein. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie zu Hause mit einem automatischen Gerät am Handgelenk messen. Vergleichsmessungen am Oberarm und Unterarm können sich bis zu einem Wert von 10 unterscheiden. Handgelenksgeräte eignen sich nicht für Patienten mit Herzrhythmusstörungen, mit Herzschrittmachern und mit starken Durchblutungsstörungen.

Zwischen aufeinanderfolgenden Messungen sollte mindestens 1 Minute verstreichen. Lassen Sie sich zu Hause von einem einzelnen hohen Wert nicht aus der Ruhe bringen. Messen Sie nicht ständig wieder nach. Es ist ausreichend, einmal morgens und einmal abends je vor der Arzneimitteleinnahme zu messen

Es gibt unterschiedliche Manschettengrößen. Um genaue Messungen zu bekommen, muss die Manschettengröße dem Armumfang angepasst sein.

Durch Änderungen in der Lebensführung, zum Beispiel der Ernährung, kann der Blutdruck in vielen Fällen gesenkt werden. Manchmal kann man dank solcher Veränderungen sogar auf blutdrucksenkende Medikamente verzichten.

Was Sie dafür tun können?

Überlegen Sie, an welchem der folgenden Gebiete Sie etwas verändern wollen und können:

  • Abnehmen
  • Salz- und fettarm essen
  • Wenig(er) Alkohol trinken
  • Viel bewegen
  • Nicht rauchen
  • Regelmäßige Entspannungsphasen einlegen

Setzen Sie Ihren Entschluss in die Tat um!

Dieses Ziel kann sicher nicht innerhalb weniger Tage erreicht werden. Versuchen sie sich einem solchen Lebenswandel Schritt für Schritt anzunähern. Ihr Körper wird es Ihnen danken. Häufig werden auch Schulungen für Menschen mit Bluthochdruck angeboten. Fragen Sie Ihren Arzt nach entsprechenden Maßnahmen.

Wenn Ihr Blutdruck durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten allein nicht gesenkt werden kann, wird Ihr Arzt Ihnen Medikamente empfehlen.

Wenn es Ihnen trotz der Medikamente nicht gleich besser geht, so liegt das daran, dass Ihr Körper sich an einen sehr hohen Blutdruck gewöhnt hat. Er braucht nun einige Zeit, um sich auf den niedrigeren, normalen Blutdruck einzustellen. Nehmen Sie auch in dieser Übergangsphase Ihre Medikamente regelmäßig und zuverlässig ein. Wenn Nebenwirkungen auftreten, sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt und setzen Sie die Medikamente nicht einfach ab. Oft lässt sich ein Kompromiss finden, indem ein anderes Medikament oder eine andere Art oder Zeit der Einnahme ausprobiert werden.

Was kann ich selber tun?
Sehr viel!

Wenn Sie an Bluthochdruck erkrankt sind, können Sie wichtige Teile der Behandlung selbst in die Hand nehmen. In drei Gebieten ist Ihr Arzt auf Ihre Mitarbeit angewiesen. Das sind:
die Führung eines Blutdruckprotokolls
die Änderungen bestimmter Lebensbereiche und (schlechter) Gewohnheiten
die regelmäßige und zuverlässige Einnahme der Medikamente.

Regelmäßiges körperliches Training ist wichtig und hilfreich, um Ihren Blutdruck wieder zu normalisieren. Es sollte allerdings auf Ihre individuellen Möglichkeiten zugeschnitten sein. Drei anstrengende Trainingseinheiten pro Woche können für jüngere Patienten angemessen sein. Für ältere Patienten ist ein 20minütiger zügiger Spaziergang pro Tag ausreichend. Sprechen Sie alle Arten von körperlichem Training mit Ihrem Arzt ab.

Rauchen hat keinen direkten Einfluss auf den Bluthochdruck. Es führt aber zu Arteriosklerose und zur Herzkranzgefäßerkrankung (KHK). Beide Krankheiten entstehen auch als Folgen des hohen Blutdrucks. Wenn Sie an Bluthochdruck leiden und gleichzeitig rauchen, steigt Ihr persönliches Risiko, eine Herzkranzgefäßverengung zu entwickeln und einen Herzinfarkt zu erleiden, dramatisch an. Auf das Rauchen sollten Sie daher in jedem Fall verzichten. Nikotinpflaster oder Nikotinkaugummis können Ihnen evtl. dabei helfen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie einen durch Stress und Zeitmangel geprägten Alltag haben, versuchen Sie, regelmässige Entspannungspausen einzulegen. Das kann sich auf die Normalisierung Ihres Blutdrucks positiv auswirken. Entspannungsmethoden (zum Beispiel Autogenes Training, Yoga, progressive Muskelrelaxation, Meditation u.a.) können Sie z.B. in Volkshochschulen, Sportvereinen, Selbsthilfegruppen oder direkt bei den Krankenkassen erlernen.
Reden Sie mit Ihrem Arzt offen über schwere seelische Belastungen und Konflikte. Möglicherweise hilft eine therapeutische Beratung weiter.

Quelle: www.patientenleitlinien.de, www.evidence.de
Fortbildung, Pharmazeutische Betreuung von Patienten mit Bluthochdruck, Apothekerkammer Niedersachsen, Hannover, 15.03.03