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Diabetes („Zuckerkrankheit“) - Was kann ich essen? - Teil 2

Für einen Gesunden wie auch für einen Diabetiker ist es wichtig, nicht nur auf sein Gewicht zu achten, sondern auch darauf, was gegessen wird.

Damit Sie Ihr Gewicht einordnen können, bieten wir Ihnen unter „Gesundheitstipps“ das Stichwort „BMI“. Hier ermitteln Sie spielerisch und ohne zu rechnen Ihren BMI und erfahren auch, ob Sie überhaupt Übergewicht haben.
Je höher Ihr BMI liegt, desto höher ist nicht nur Ihr Risiko, an Diabetes zu erkranken. Es kann auch zu Bluthochdruck und Herzinfarkt kommen. Darum sollten Sie auch Ihren Blutdruck und Ihre Cholesterin- und Blutfettwerte im Blick behalten.

Die Inhaltsstoffe Ihrer Nahrung liefern die Energie, die Sie täglich mit Ihrem Leistungsumsatz (Bewegung, Arbeit) und Ihrem Grundumsatz (Verdauung, Schlaf) verbrauchen. Überschüssige Energie wird in Form von Fett, in der Regel als „Bauch- oder Hüftspeck“, vom Körper gespeichert.
Bei einer Diät mit weniger als 1500 kcal/Tag  kommt es zwar zu einer starken Gewichtsabnahme, nachteilig ist aber, dass sich dann auch der Grundumsatz senken wird. Deswegen kann hier nach einer erfolgreichen Gewichtsabnahme nicht wieder die zuvor gewohnte Essweise aufgenommen werden.
Seien Sie deshalb statt einer „Diät“ lieber bereit, sich langfristig auf eine neue und von vornherein gesunde Eß- und Lebensgewohnheit einzulassen.

Bei einer Gewichtsabnahme wird anfangs immer erst Wasser freigesetzt, dann folgt der Abbau von wertvollem Eiweiß und Muskulatur. Um dagegen zu steuern, ist Bewegung sehr wichtig.
Sport hilft Ihnen durch Stabilisierung der Muskulatur auch den Grundumsatz stabil zu halten. Es eignen sich Schwimmen, Radfahren, Wandern, Rudern, Tanzen, Walking, Skilanglauf, und zwar in einem Tempo, bei dem Sie sich noch unterhalten können.

Wie Sie Ihre Mahlzeiten einteilen, ob fünf kleinere am Tag oder lieber drei große, das sollten Sie für sich klären. Wichtig ist, mit welcher Einteilung Sie besser zurecht kommen, um nicht übermäßig zu essen. Versuchen Sie vorher ein großes Glas Wasser zu trinken oder ebenfalls vorher eine Suppe bzw. einen Salat zu essen.

Überlegen Sie sich, wieviel Sie abnehmen wollen, setzen Sie sich ein vernünftiges Ziel, das Sie sich wiederum in Etappenziele unterteilen, die Sie gut erreichen können. Denn der Erfolg über die Etappenziele wird Ihre Motivation sein und Ihnen Selbstvertrauen geben. Unrealistische Ziele werden Sie nur frustieren.
 
Kalorienzählen hält keiner durch! Sie brauchen auch nicht weniger essen, sondern nur Ihre Ernährung in der Zusammensetzung ändern. Ihre aufgenommenen Nährstoffe sollten sich idealerweise auf 50% Kohlenhydrate, 30% Fett und 20% Eiweiß verteilen. Um es Ihnen leichter zu machen, können Sie sich dazu bei uns eine Ernährungspyramide holen, die Ihnen eine Übersicht über die Verteilung der notwendigen Lebensmittel gibt.

Wenn Sie viel großvolumige und damit sättigende Kohlenhydrate essen, wird sich automatisch Ihr BMI senken und Sie werden schlanker. Fett liefert Ihnen doppelt soviel Energie wie Kohlenhydrate und Eiweiß. Letzteres hat sogar den höchsten Sättigungseffekt.
Ihren Fettanteil in der Nahrung senken Sie am besten auf 60-70 g Fett pro Tag. Haben Sie diese Menge überschritten, versuchen Sie mit Bewegung gegenzusteuern. Fetthaltige Zwischenmahlzeiten liefern Ihnen ein geringes Sättigungsgefühl und gehen leicht in Ihr Depotfett über. Im Gegensatz zu Fett können Sie mit Kohlenhydraten kaum Depotfett bilden.
 
Essen Sie viel Naturreis, Kartoffeln, Vollkornnudeln und Vollkornbrot. Aber Vorsicht: nicht jedes dunkle Brot ist ein Vollkornbrot! Befragen Sie dazu doch einmal Ihren Bäcker. Vollkornbrot werden Sie auch länger kauen, so dass Sie langsamer essen und eher satt werden. Essen Sie dicke Brotscheiben mit wenig Belag, denn das Brot wird Sie satt machen, nicht der Belag.

Bei Obst und Gemüse gilt „five a day“! Bei jeder der fünf Mahlzeiten pro Tag sollte Obst oder Gemüse, auch als Rohkost, dabei sein. Als Regel für eine Portion gilt die Menge, die in eine Hand passt oder sich in eine kleine Kompottschale füllen lässt. Obst wie Kiwi oder Banane schmeckt auch als Brotbelag, oder Gemüsesticks schmecken mit einem leichten Dipp beim Fernsehen.
Hülsenfrüchte und Weintrauben sind in kleinen Mengen auch für Diabetiker geeignet.

Milchprodukte verteilen Sie auf drei Portionen am Tag, z.B. ¼ Liter Milch oder 150g Joghurt gilt als eine Portion. Bevorzugen Sie die fettarmen Produkte. Sofern z.B. Ihr Lieblingskäse nicht fettreduziert erhältlich ist, nehmen Sie einfach die Hälfte auf das Brot und streichen ihn auseinander. So bleibt Ihnen der Geschmack und Genuß erhalten.

Fleischwaren dürfen Sie von Geflügel, Rind und Schwein essen, solange Sie die fettarmen Varianten bevorzugen.

Bei Butter und Margarine kommen Sie auf die richtige Menge, wenn Sie mit einem Messerstrich die Butter aufs Brot streichen und mit einem zweiten wieder runternehmen.

Morgens starten Sie am besten mit einem Magerquarkbrot und ungezuckerter Marmelade. Ein Tag, der auch der Gewichtsreduktion gewidmet sein sollen, beginnen Sie am besten nicht mit Käse oder Wurst.

Mittags erhitzen Sie das Öl (möglichst keine Butter oder Margarine) in der Pfanne und braten das Fleisch an. Dann halten Sie die Pfanne schräg und saugen das überschüssige Fett mit Krepp auf. Wischen Sie damit aber nicht über den Pfannenboden, denn hier sitzen die Geschmacksträger. Nun können Sie Gemüse etc. hinzufügen. Die Fleischmenge sollte ein Viertel der Mahlzeit ausmachen.

Zucker essen Sie am besten nur, wenn Ihr Blutzucker sich im Normbereich befindet und Ihr BMI zwischen 19 und 25 liegt. Essen Sie Zucker eingebettet in einem kleinen Stück Kuchen, kleinem Eis, kleinem Schokoladenriegel, aber nicht pur als Bonbons. Essen Sie keine Diätschokolade, diese gilt oft als „Freifahrtsschein“. Nehmen Sie lieber ein Stück Ihrer Lieblingssorte, und essen Sie dieses mit Genuß. Nur bei Marmelade und Limonade greifen Sie am besten auf die Diätprodukte zurück.

Verwenden Sie bei Süßstoffen Cyclamat, Saccharin, Aspartam , Acesulfam K, und Neohesperidin. Diese erhöhen nicht Ihren Blutzucker. Canderel eignet sich gut als Kandis-Ersatz.

Auch bei Bier brauchen Sie kein Diabetiker-Bier trinken, genießen Sie ein normales! Der Alkoholgehalt ist in der Regel der gleiche. Der Unterschied liegt nur in den Broteinheiten. Sofern Sie kein Insulin spritzen, brauchen Sie dieses nicht zu beachten.
Ebenso brauchen Sie keine Diät-Säfte trinken, verdünnen Sie sich lieber einen Saft (mit 100 % Fruchtsaftgehalt ohne Zuckerzusatz) mit Wasser. Verwenden Sie aber nicht den qualitativ schlechteren Nektar und auch kein Fruchtsaftgetränk. 1/3 Saft verdünnt mit 2/3 Wasser entspricht auch wieder einer Portion Obst  („five a day“).

Auf diese Art und Weise wird Ihnen sicherlich eine Ernährungsumstellung nicht schwer fallen und diese wird Ihnen mit einer Gewichtsabnahme belohnt. Sofern bei Ihnen Fragen offen geblieben sind, fragen Sie uns in der Apotheke oder online.

Quelle: Intensiv-Fortbildung „Pharmazeutische Betreuung von Diabetes-Patienten“ im November 2002, Apothekerkammer Niedersachsen