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Diabetes mellitus - Teil I

Der Begriff „Diabetes mellitus“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „honigsüßer Durchfluß“. Früher wurde nämlich die Zuckerkrankheit über einen süßlich schmeckenden Urin erkannt.

Der Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselstörung, bei der entweder aufgrund einer Zerstörung der Produktionsstätten kein eigenes Insulin mehr gebildet wird oder eine kombinierte Minderproduktion und Wirksamkeitsstörung vorliegt.
Wesentliche Folge ist ein Anstieg des Blutzuckers. Ein erheblicher Anstieg führt zu akuten Gesundheitsproblemen, eine mäßige Erhöhung über Jahre zieht längerfristig auftretende Folgeerkrankungen nach sich.

Die Symptome eines Diabetes mellitus äußern sich je nach Ausmaß und Geschwindigkeit des Blutzuckeranstiegs:
vermehrter Durst und vermehrtes Wasserlassen
Gewichtsabnahme
Sehstörungen
schlecht heilende Wunden
Juckreiz / Pilzinfektionen (u.a. im Genitalbereich)
Wadenkrämpfe
Müdigkeit, Leistungsschwäche, Konzentrationsmangel,
Taubheitsgefühle und Kribbelmissempfindungen

In der Apotheke bietet sich Ihnen bei Verspüren solcher Symptome die Möglichkeit, sich Ihren Blutzuckerspiegel testen zu lassen.
Ihre Blutzuckerwerte sind normal , wenn die Apotheke einen Nüchternblutzuckerwert unter 100 mg/dL bzw. zwei Stunden nach dem Essen einen Blutzuckerwert unter 140 mg/dL im kapillären Vollblut feststellt.
Sie haben eine gestörte Nüchter-Glucose bzw. eine gestörte Glucosetoleranz, wenn Sie nüchtern einen Wert zwischen 100-109 mg/dL haben und Ihr Wert zwei Stunden nach dem Essen zwischen 140-199 mg/dL liegt.
Ein Diabetes mellitus kann vom Arzt diagnostiziert werden, wenn Sie nüchtern einen Wert über 110 und zwei Stunden nach dem Essen über 200 mg/dL haben.

Ca. jeder Zwölfte ist in Deutschland von Diabetes betroffen, und es werden immer mehr sein.

Die Diabetes-Behandlung besteht aus vier Säulen: Bewegung, Ernährung, Tabletten und Insulin. Die Basis besteht aus einer Schulung zum Selbstmanagement und Selbstkontrolle.

Diabetes mellitus wird häufig nur als Kohlenhydratstoffwechselstörung angesehen, es betrifft aber auch den Stoffwechsel von Fett und Eiweiß.

Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert. Die Bauchspeicheldrüse ist auch eine Art „Blutzuckermessgerät“, die bei steigendem Blutzucker anfängt, Insulin zu produzieren.
Insulin benötigt der Körper in erster Linie, um Glucose (= Traubenzucker), die aus der Nahrung in das Blut gelangt, als sog. Blutzucker, in den Muskel einzuschleusen. Glucose ist ein Energieträger und bekommt dem Organismus in hohen freien Mengen im Blut nicht.

Bei einem Typ-1-Diabetiker sind die Insulin-produzierenden Zellen in der Regel durch Entzündungsprozesse in der  Bauchspeicheldrüse zerstört worden.
Bei einem Typ-2-Diabetiker erhöht sich durch einen ständig erhöhten Blutzuckerspiegel auch die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse. Bei stetig erhöhtem Insulinspiegel sinkt aber allmählich die Empfindlichkeit der Muskelzellen und all derer, die auf Insulin ansprechen. Hinzu kommt, dass die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse an der Insulin-Überproduktion langsam zugrunde gehen.

Die Folgekrankheiten eines Typ-2-Diabetikers betreffen sowohl die kleinen Blutgefäße im Auge und in der Niere, die Nerven als auch die großen Blutgefäße am Herzen, im Kopf und in den Beinen. Hierzu erfahren Sie demnächst noch mehr auf dieser Seite.

Wir empfehlen Ihnen, sich Ihren Blutzuckerwert messen zu lassen, wenn Sie Bluthochdruck, zu hohe Cholesterin- und Blutfettwerte haben, Sie zu Übergewicht neigen, das sich vor allem in der Bauchregion zeigt und bei Ihnen eine familiäre Vorbelastung besteht.
Ihre Sterblichkeitsrate verdoppelt sich, wenn Sie zwei Stunden nach dem Essen einen Blutzuckerwert über 180 mg/dL haben, Ihr BMI-Wert über 33, Ihr Gesamtcholesterinwert über 280 mg/dL  und Ihr diastolischer Blutdruckwert über 95 mmHg liegt.

Wir bieten Ihnen auch die Möglichkeit, Ihren Langzeit-Blutzuckerwert, den sog. HbA1C-Wert, zu messen. An diesem Wert können Sie erkennen, auf welchem Niveau sich Ihr Blutzuckerwert in den vergangenen 8-10 Wochen befand.
Ihr HbA1C-Wert sollte einen Wert von 6,5 % nicht übersteigen, da es sonst zu Herz-Kreislaufproblemen kommen kann.


Quelle: Intensiv-Fortbildung „Pharmazeutische Betreuung von Diabetes-Patienten“ im November 2002, Apothekerkammer Niedersachsen